Samstag, 19. Februar 2011

Wochenende im “Pfannenstiel”: Teil 1 // Fin de semana en el “mango de la sartén”: primera parte

Die Reise zum Panhandle war schon anstrengend.
Un viaje duro del noreste al noroeste.

Am Freitag war es soweit: wir mussten Fernandina Beach verlassen. Schade! Ich hatte mich schon an die wunderschönen roten Sonnenaufgänge gewöhnt. Meine Eltern meinten, in unserem nächsten Ziel würden wir wunderschöne rote Sonnenuntergänge haben… und tolles Essen aus den Südstaaten. Die denken echt nur ans Essen!!

Die Reise war schon ziemlich anstrengend; wir haben oft Halt gemacht, denn die amerikanische Autobahnen haben riesige Raststätten mit ganz sauberen Toiletten (und keinen „Sanifair“-Toilettenbon für 1 Euro), also wurde ich an den schönsten Ecken des floridianischen Nordens und Nordwestens gefüttert, gewickelt und fotografiert. So ungefähr in der Reihenfolge. Wir sind an Jacksonville vorbeigefahren, sowie über dem Suwannee River, der in Floridas Nationalhymne prominent erwähnt wird. Der Text zum Lied ist ziemlich rassistisch, aber nichts Überraschendes für ein Text aus den dreißiger Jahren.
  
Unser Wohnzimmer.
En el comedor, bien agustito.
Insgesamt waren wir etwa acht Stunden unterwegs und mein Popo ist am Ende eingeschlafen, ich schwöre es. Aber endlich waren wir in Seaside!! Seaside ist an der Nordwest-Küse Floridas, am sogenannten „Panhandle“ oder „Pfannenstiel“ – wenn man sich die Gegend in einer Karte anschaut, versteht man warum.

Die Stadt sieht aus wie aus einer Film-Kulisse... und das war sie auch! Und zwar im Jahr 1998, als hier „The Truman Show“ gedreht wurde. Die Stadt ist etwas unheimlich, die Häuser sind in perfektem Zustand, die Gärten gepflegt, alle grüßen dich mit einem netten „How y’all doin’?“... Auf der anderen Seite kann man überall hin laufen. Mir ist es letztendlich egal, da ich überall hin- und herkutschiert werde, aber ich nehme an, für meine Eltern ist es angenehm, nicht immer das Auto nehmen zu müssen.

Farmer's Market in Seaside.
Forofos de lo orgánico en el mercado.
Also haben wir am Samstag die Stadt erkundschaftet. Für die Größe der Stadt ist das in etwa 20 Minuten gemacht, würde man vermuten. Aber meine Eltern haben es geschafft, sich nur EINEN TEIL der Stadt anzuschauen. Ich vermute das ist rekordverdächtig. Am Vormittag mussten sie sich den „Farmers’ Market“ anschauen, der wöchentliche Markt, bei dem lokale Bauer ihre Produkte vorstellen. Also haben wir uns nur ein paar der seltsamen Häuser in Seaside angeschaut.

Konzert am Amphitheater.
Concierto en el anfiteatro.
Am späten Samstagnachmittag sind wir wieder auf die Straßen von Seaside gegangen, da würde man denken, wir hätten uns den Rest der Ortschaft anschauen können. Von wegen! Es gab einen Livekonzert mitten am Hauptplatz (die Einheimischen nennen das „Amphitheater“) und das durfte ich mir anhören, wobei ich einfach schlafen wollte! Aber bei all der Country-Musik konnte ich mich nicht aufs Schlafen konzentrieren. Und dann wollten die zwei unbedingt den Sonnenuntergang nicht verpassen, wie Dutzende anderer Touristen, die in der Ortschaft für das verlängerte Wochenende des „Presidents’ Day“ waren –ich bin dabei endlich eingeschlafen. Gähn.

Sonnenuntergang in Seaside.
Puesta de sol en Seaside
Danach wollten meine Eltern ein „frühes Abendessen“ machen, also haben sie sich was zu essen beim „Crab Shack“ geholt, wie ich später erfahren habe. Meine Mama hat was gesagt von „sehr scharfen Garnelen“... Hehe, geschieht ihr recht.

Das Apartment ist recht schnuckelig. Es heißt „Picasso Moon“- das hat wahrscheinlich damit zu tun, dass die Inhaberin, Bert, eine Kunstgalerie im Erdgeschoss hat. Nur hier in den USA ist der Erdgeschoss kein Erdgeschoss sondern der erste Stock. Und der erste Stock ist eigentlich der zweite Stock. Ich weiß: hä? Die spinnen, die Amerikaner. An den Wänden hängen Originalbilder und –gemälde von Künstlern, deren Werke Bert in ihrer Galerie verkauft. Der Balkon ist super, sehr groß und man verpasst nichts, von dem was auf der Straße passiert. Für jemand wie mich das Wichtigste überhaupt. Ach ja, und auf dem Balkon hängt ein Bett, ist das nicht lustig? Da haben meine Eltern mich schon mal gefüttert. Wie man so macht, gell?

Für weitere Fotos aus unserem ersten Tag in Seaside, bitte hier klicken.


Para ver fotos de nuestro primer día en Seaside, una localidad en el noroeste de Florida, pinchad aquí. El noroeste también recibe el nombre de “Panhandle“ o “mango de sartén“, por su forma en el mapa. El pisito es monísimo, y si no, mirad las fotos.

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